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Prof. Gerl-Falkovitz: "Freiheit und Gnade" - ein Gang durch ein Frühwerk Edith Steins

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Der frühe Aufsatz „Freiheit und Gnade“ (1921) geht über die körperlich festgelegte Natur des Menschen deutlich hinaus. Edith Stein nimmt Freiheit als Schlüsselbegriff menschlichen Daseins. Aber wie ist Freiheit überhaupt möglich angesichts der menschlichen Nähe zum Tier? Selbsterkenntnis und Selbstdistanz ermöglichen jenen Abstand zur eigenen „Natur“, das Wählenkönnen, die Zustimmung oder Ablehnung des eigenen Trieblebens, die dem Tier nicht möglich ist. Doch ist Autonomie noch nicht die entscheidende Gestalt von Freiheit. Der mündige Mensch hat sich letztlich durchringen gegen die Grundversuchung aller Autonomie: die Selbsthabe. Sie bleibt solange leer, bis sie in die freie Hingabe mündet: an die göttliche Fülle. Dorthin wird ein Weg gezeichnet.

Vortrag am 5. Mai 2026. 

Referent: Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz 

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Musik: Quiet Reverie von Universfield

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Leib ist der Lieblingsweg der Gnade. Der Satz stammt nicht von ihr, ist aber ganz wunderbar. 2. Im Leibe werden wir geheilt. Das müssen wir auch tun. Ich kann nicht sagen, ja, das brauche ich alles nicht. Das brauche ich alles. Das ist Reich der Höhe. Ich werde hochgehoben. Auch im Leib. Ich habe das Thema selber gewählt. Und zwar, weil ich mit diesem Frühwerk Edith Steins in eine Überraschung geraten bin und ich möchte auch etwas hinzufügen, was ich nicht ganz beantworten kann. Eine Überraschung, nämlich dass sie im Jahre 1921 ein so 60 Seiten umfassendes Werk schreibt. Und die Überraschung ist bei mir nach wie vor noch nicht ganz gebändigt, weil ich natürlich, wie die Forschung überhaupt, diese Jahreszahl 1921 nicht ändern kann. Im Gegenteil, also ich glaube, da gibt es auch gute Gründe dafür. Trotzdem, und das werden wir heute Abend nochmal sehen, es ist ein so ausgereifter Ansatz, dass ich immer noch ganz im Hintergrund meines Bewusstseins die Frage habe, ob es wirklich 1921 geschrieben worden ist oder nicht noch später. 1921 war sie nicht getauft. Und sie werden ein sehr reifes, ein sehr reifes Dokument finden. Also eine Ausarbeitung Entwicklung auf Kirche, wo ich mich frage, ob diese Katechumena, die noch gar nicht in der Kirche ist, in dieser Weise hat schreiben können. Man müsste nochmal mehr forschen, das werde ich nicht machen, aber ich setze die Frage mal in die Welt. Und es würde mich nicht wundern, ob das doch ein paar Jahre später geschrieben wird. Also, was tun wir heute? Wir gehen mal rein. Und das erste ist, dass wir erst einmal den zeitgeschichtlichen Hintergrund aufrufen. Das mache ich nur kurz. Aber wenn die Jahreszahl 1921 stimmt, hat das natürlich eine bestimmte Bedeutung. Denn wir sind hier kurze Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, der Edelstein ja auch unglaublich erschüttert hat. Und zwar so erschüttert, dass sie eben in einer dreijährigen Wanderung noch ganz unklar, wohin sie eigentlich gehen könnte, begonnen hat, sich aus ihrem Unglauben zu lösen und in das Christentum zu finden. Warum tut sie das? Sie ist nicht die einzige, natürlich, jeder Weg muss eigenes gesehen werden. Aber es gibt auch eine überraschende Neuentdeckung der 20er Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, also gerade diese Schwellen. 1918 im November ging der Weltkrieg zu Ende eine absolute Katastrophe für Europa. Merkwürdigerweise gibt es aber eine sehr überraschende Entwicklung. Die jungen Leute, die dem Krieg entkommen waren, das ist wieder einmal die Jugend, beginnt zu konvertieren in einem Umfang, der vorher nicht zu sehen war. Ich lese etwas, was in der Kölnischen Volksgraten im Jahr 1920 erschienen ist. Ein kleiner Aufsatz, der keinen Autor hat. Ich lese es vor. Es geht ein katholischer Zug durch die heutige Geisteswelt. Geschrieben im August 1920. Es geht um einen katholischer Zug durch die heutige Geisteswelt, eine stille Sehnsucht nach Katholizität, nach einem universalen Kirchenideal. Dieses Wort wichtig Heilers, auch ein Religionsphilosoph, das er in seiner Arbeit über das Wesen des Katholizismus, München 1920, niederlegte, entspricht einem Tatbestand. Alles noch Zitat aus der Zeitung. Seit den Tagen der deutschen Romantik, das ist 1820, 30, ist die Sympathie für das Leben und die Lehre der Kirche nie eine so starke gewesen wie in unserer Gegenwart. Eine nicht kleine Schar evangelischer und jüdischer Intellektueller befindet sich auf der Pilgerschaft zur Kirche. Aber leider sind es mehr die außerhalb der Kirche stehenden und sich nach ihr Sehnenden als die eigenen Söhne und Töchter, die von dem Wert der kirchlichen Kräfte lebendig, um nicht zu sagen leidenschaftlich, durchdrungen sind. Schönes Zitat, Zitat Ende hier. Ein Phänomen, das wir immer wieder kennen, übrigens wiederholt er sich im Moment in kleinerem Maße. In Deutschland weniger die österreichischen Situation kenne ich nicht ganz, aber in Frankreich läuft ja gerade ein merkwürdiger und hoher Zustrom zur katholischen Kirche. Scheint also in den 20er Jahren ehrlich gewesen zu sein. Hier werden noch extra erwähnt, die evangelischen und die jüdischen Kräfte. Mit dem Ende des Weltkrieges war in Deutschland das Kaiserreich zusammengebrochen. Das im Unterschied zur österreichischen Entwicklung ist das Kaiserreich natürlich ein protestantisches gewesen. Und zwar auf Dauer zusammengebrochen. Damit ist der Kulturprotestantismus. Also alle Intellektuellen, die intellektuell sein wollten, waren prinzipiell erstmal evangelisch oder protestantisch. Und es gab eine klare Hinterstellung auch der Katholiken, aber mit dem Abdanken des Deutschen Kaisers hat sich diese Situation grundsätzlich verschoben. Das ist 1920 noch nicht klar, but there is a new attraktion, kommt plötzlich durch. Wie kommt es zu diesen Konversionen? Und Edith Stein gehört genau in diese Konversionen, das schauen wir uns noch kurz an. Die zwei Jahrzehnte von 1910 bis 1930 enthalten den Bruch der europäischen Geschichte mit dem bürgerlichen 19. Jahrhundert. Edith Stein gehört auch einer verlorenen und gebrochenen Generation an. Das schätzen wir immer. Bis 1914 war das Studium in Göttingen bei Husal, die begonnene Doktorarbeit, die dann mit Summa abgeschlossen wird, das war ein Lebensziel, das war ein Lebensinhalt. Am Anfang hat auch Edith Stein, wie die meisten, eigentlich alle ihrer Generation, geglaubt, der Krieg wäre ein paar Wochen zu Ende, man kommt dann siegreich nach Hause und dann geht das Ganze wunderbar weiter. In Wirklichkeit hängen am Morgen im schwarzen Brett, bevor man in die Uni geht, die Namen der gefallenen Kommilitonen. Das ist mal was ganz anderes. Geht mal an den Namen vorbei. 1917 noch, natürlich schon spät, fällt auch Adolf Reinach, der Assistent von Husserl, den sie sehr schätzte, sehr schätzte. Der ist wirklich ein Freund von ihr. Und sie wird gar nicht fertig mit, sie wird überhaupt nicht fertig mit diesen Ereignissen. Und plötzlich wird klar, das ist schon 1916 klar, der Krieg wird nicht gewonnen. Was geschieht dann, weiß man nicht. Das heißt, irgendetwas beginnt jetzt in einer Form zu entgleisen. Es beginnt ein Rudern. Und die bisherige Selbstüberhebung auch. Also man ist Kultureuropäer. Man glaubt an die europäische Kultur, man glaubt an die deutsche Kultur, die ja auch entsprechend vorgeliefert hat. Vor allem in Deutschland, das Österreich betrifft das genauso, ist ein enormer Aufbruch in Naturwissenschaft und Technik. Aber alles das beginnt zu schaukeln, alles das beginnt zu wackeln. Und plötzlich kommt die Frage nach dem Sinn. Ich möchte Ihnen das noch an einer anderen Stelle deutlich machen. Freiburg, Edith Stein geht ja dann 1916 nach Freiburg zu ihrer Promotion zum Abschluss, zum Abschluss. In Freiburg hört man noch den Kanonendoller von der Vogesenfront. Also Frankreich ist ja hier sehr nahe, man muss ja über den Rhein. Freiburg wird nicht zerstört im Ersten Weltkrieg, aber man hört den Donner der Kanonen auf der anderen Seite. Und sehr typisch, es beginnt schon der Aufgieb Heidegger in dieser Phase. Und Heidegger beginnt über den Tod zu lesen, der ist allgegenwärtig. Und Husal released immer noch Erkenntnistheorie. Und jetzt fragen wir mal, wo mehr Studenten in welchem Hörsaal waren. Bei Husserl werden es weniger, obwohl Husal der Kopf der Epoche war. Und bei Heidegger strömt es. Das heißt, verstehen Sie, jetzt beginnen ganz andere Sinnfragen. Was ist Erkenntnistheorie? Das ist ein tolles Thema, ja. Aber alles ist erschüttert, alles geht zugrunde, es ist völlig unklar, auch politisch, was werden wird. Und erinnern Sie sich, dass Edith Stein in den 20er Jahren ein Werk schreibt, das heute das wenigst beachtete ist. Sie schreibt über die Frage über den Staat. Wie baut man einen neuen Staat? Kaiserreich ist Schluss. Und in dieser Phase schreibt jeder über den Staat, was ist Gemeinschaft, was ist Gesellschaft, wie soll die neue Zeit ausschauen und so fort. Also wir sind im Suchen. Und ich möchte noch dazu hinzufügen, gerade auch nochmal ein großes Symptom. 1918 erscheint der erste Band von Oswald Schwengler, der Untergang des Abendlandes. Das ist richtig so im Kopf. Irgendwas wird zerstört und wird auch nicht mehr kommen. Aber es gibt die Überlebenden und deswegen sucht man. Edith Stein hat klaren Anteil an dieser Stimmung. Sie hat einen depressiven Grundzug, vor allem nachdem Rheinnach gefallen ist, 1917. Sie fühlt sich als Überlebende beinahe mitgestorben. Sie hatte einen Brief, da verwendet sie einen Ausdruck, der sie nie mehr hat, sie sagt, der Jugendübermut ist zum Teufel. Das tragt mir ja gar nicht zu, solche Kraftausdrücke. Der fällt auch nur hier. Der Jugendübermut ist zum Teufel. Also vorher war alles glänzend, groß, die Welt ist offen, jetzt alles wackelt. Und es wackelt vor allem der Sinn und Edith Stein hat in diesen schweren Jahren, also das ist vor allem 17, 18 und noch 19, auch aufgrund einer missglückten Liebe zu Roman Ingarten und dann kommt auch die missglückte Liebe zu Hans Lips dazu, eine ganz tiefe, tiefe Depression, würde man das heute nennen. Das ist kein krankheitlicher Zustand, sondern es ist einfach ein Versagen in der Lebenskraft. Und wir haben ja in der Autobiografie zwei Andeutungen eines nicht gewollten Suizids oder keines gewünschten und herbeigeführten. Aber die Möglichkeit, von einem Auto überfahren zu werden, das schreibt sie nieder, wäre ein schöner Gedanke in Breslau. Und zum zweiten die offene Gasheizung, einmal in der Wohnung. Und ihre Schwester Anna und sie werden mit Mühe aufgeweckt. Die sind schon ziemlich weit weg. Und Edith Stein antwortet dann, als sie wieder zu sich kommt, warum habt ihr mich aufgeweckt? Hat sie sehr, sehr, sehr erschreckt. Also sie hat diese Todesnähe, ja, plötzlich befindet sie sich da in einer Versuchung auch gerade zu abtreten. So, an dieser Stelle jetzt das Thema ihrer Konversion und jetzt kommen wir ihrer Frühschrift schon deutlich näher. Ich nenne Ihnen nur einen Gesichtspunkt, damit wir in diese Frühschrift hineinkommen. In diesen Anfang der 20er Jahre fallen ganz viele Konversionen, und zwar sehr viele jüdische Konversionen. Das ist sehr erstaunlich. Es gibt keine gezielte Untersuchung darüber. Es gibt schon einiges, aber nicht sehr viel. Und das Merkwürdige war, dass vor allem junge intellektuelle Juden, die aber nicht mehr in die Synagoge gingen, die im Grunde von ihrer eigenen jüdischen Frömmigkeit keinen Gebrauch mehr machten. Sie waren abstimmungsmäßig Juden, aber nicht mehr von der religiösen Vertiefung her. Und Edith Stein gehört dazu, auch sie gehört genau in diese Gruppierung, auch ihre Geschwister zu Hause, sie bemerkt sehr vieles. Man ist natürlich von der Einbettung in die Familie, selbstverständlich, man macht die jüdischen Feiern mit. Aber Edith Stein hat sich von ihrem jüdischen Religionsunterricht abgemeldet, nimmt nicht mehr teil. Das hört sie nicht. In ihrem Abiturzeugnis steht mosaisches Bekenntnis, aber Religion ist durchgestrichen. Keine Note. Es war in Preußen schon möglich. Preußen war aufgeklärt. Man konnte da, man sagte, man hat kein Interesse, aber es war man raus und sie hatte kein Interesse. Wir kennen ja noch hier ganz späte Selbstanklage, noch mit Karmel Köln, jawohl, als sie sich noch ganz spät vorwirft den Unglauben ihrer Jugend. Das hat sie auch gewollt. Sie hat sich beten abgewöhnt. Sie will nicht mehr. Das ist für sie weit weg. So, damit ist 1921 ein wenig jetzt erstmal mit dem Hintergrund. Das heißt, in dieser Weise kann sie eigentlich nicht leben. Und wir haben, gerade durch ihre philosophische Beschäftigung, wird ja die Sinnfrage wichtig. Und so beginnt sie, wir kam nicht genau einen Anfangspunkt, wo man das sagen kann, aber wahrscheinlich schon in den Jahren 18, 19, 20 zu lesen. Das heißt, sie beschäftigt sich schon mit der Frage, auch mit religiösen Texten, ursprünglich wahrscheinlich mehr mit dem protestantischen Hintergrund. Das hat damit zu tun, dass der Weg vom Judentum in den Protestantismus leichter scheint. Scheint bitte. Auch nur ein Schein. Aber das werde ich jetzt nicht erläutern. Aber es gibt tatsächlich da eine Form von Brücke vom Judentum zum Katholizismus. Das ist ein ziemlich, also das scheint größer zu sein. Aber sie wird auf die Dauer dann mit dieser protestantischen Lektüre nicht ganz zufrieden. Wir kommen heute auf eine Stelle, wo sie ziemlich auf Luther anspielt und auch gewissermaßen eine Abkehr von ihm macht. Und letztlich, das wissen wir, das nenne ich jetzt nochmal im Juni, ohne dass wir das Datum genau wissen, aber im Juni 2021 dann in Bad Bergzabern bei ihrer Freundin Hedwig Honnard Marcius von Philosophin. Endlich oder wieder, oder das wissen wir nicht ganz genau, aber endlich Tarina von Avila mit ihrer Lebensbeschreibung zu Ende gelesen. Sie hat sie schon vorher gelesen, es ist nicht nur die eine Nacht. Das muss man schon genau ausdrücken. Sie hat das Buch schon vorher gelesen. Das ist wahrscheinlich schon auf der Reise auch gelesen. Aber diese eine Nacht liest sie entweder nochmal ganz oder bestimmte Partien und etwas schlägt ein wie ein Blitz. Wir kommen noch auf einer Stelle, wo das sehr deutlich wird in unserem kleinen Aufsatz von 60 Seiten, wo sie auch so etwas wie eine unmittelbare Berührung betont. Weiter schreibt sie über diese Lektüre von Theresa Nur, dass sie damals schon entschlossen war, in den Kamel einzutreten. Sie wird sich taufen lassen, sie wird katholisch werden und sie wird Chamilitin werden. Das ist jetzt richtig gut. Also richtig sicher. War vorher immer ein bisschen schwimmend. In diesem Sinne haben wir also mit diesem Dokument, das jetzt auch auf 1921 datiert wird, im Grunde genommen den ersten Versuch, ein Essay, es sind 60 Seiten, diese neue Welt zu beschreiben. Und ich füge nochmal hinzu, es hören vielleicht auch ein paar Forscher zu. Da müsste man jetzt richtig nochmal reingehen, richtig, auch in die Handschrift, in the handschrift vergleichen. Mir kommt diese Arbeit von 1921, Freihand und Gnade, also so reif vor, dass ich mich frage, ob sie das damals schon geschrieben hat. But this frage in the Raum gestellt, dass wir uns nicht weiter beschäftigen. Ich will nur die Forschung a bit anschieben. Vielleicht kommt auch nochmal was anderes zustande. Aber ich werde Ihnen jetzt diesen Essay vorstellen. Da werden Sie sehen, wenn sie ihn geschrieben hat, müsste sie ihn ja, ja gut, eben nach diesem Abend in Bergzamern, also 2021, dann hätte sie das nächste halbe Jahr noch zur Verfügung. Kommen wir alles ein bisschen kurz vor. Vor allem wegen der Ausgewogenheit der Darstellung. Aber jetzt schauen wir uns die Darstellung an und diese Datierungsfrage lassen wir auf die Seite. Ja, der Aufsatz ist nicht so sehr rezipiert, das ist wahrscheinlich der, der am wenigsten auch Ihnen bekannt sein wird. Sie führt ja viele Themen dann später in ihrem Meisterwerk weiter, endliches und ewiges Sein. Da wird sie dann breit, da wird sie dann ausführlich, da wird sie auch begründungsmäßig anders arbeiten. Was tut sie? Der Titel heißt Freiheit und Gnade. Der letzte kleine Abschnitt heißt Natur, Freiheit und Gnade. Im Grunde genommen hat sie am Anfang auch schon zum Thema Natur. Was versucht sie? Wir haben mit Freiheit und Gnade eine Spannung. Freiheit, damit haben wir den Menschen, also eine der grundlegenden Erkenntnisse, vor allem auch der Anthropologie, schon nicht nur der Aufklärung, das geht schon viel früher, das beginnt schon in der Renaissance. Das hat schon Thomas, selbstverständlich auch, Thomas von Aquin. Der Mensch hat eine Freiheit als eine Grundgegebenheit. Das heißt von Anfang an eine Spannung, wenn ich jetzt dagegen setze Gnade. Wir übersetzen jetzt Gnade gleich einmal mit Gabe. Im Lateinischen ist es die Grazia. Das kann man jetzt verschieden übersetzen, es kann aber auch Gabe heißen. Also wenn Sie im Augenblick mal rausgehen aus einer nur religiösen Bedeutung, dann heißt es, hier kommt noch eine Gabe. Und dann hätten wir also Freiheit hier, das heißt mein innerste Selbst, mein innerster Selbstbesitz, selbst habe. Dann kommt aber noch eine Gabe dazu, die kommt auf jeden Fall von außen. Also nicht ich beschenke mich, kann ich auch mal, das ist aber blöd. Also jemand beschenkt mich. Jetzt habe ich schon jemand anderen im Spiel. Und wie verhält sich jetzt meine Freiheit zu dieser Gabe? Was kommt denn da dazu? Eden Stein geht jetzt ein Weg, der sehr leicht beginnt und dann wird er etwas komplizierter. Aber das leichte ist auch sehr schön. Wenn wir von Freiheit reden, müssen wir erst einmal vom Gegenteil reden, denn wir sind ja nicht nur frei. Wo sind wir nicht frei? Dann kann ich natürlich ganz schön auch herausarbeiten, wo die Freiheit des Menschen eigentlich gut platziert ist. Wir können darüber dann nachher auch diskutieren. Wo sind wir nicht frei? In unserer Natur. Jetzt kommt ein Startersatz, den hat sie später auch in Münster nochmal wiederholt. Sie zweifelt nicht an der animalischen Nähe des Menschen, also nicht an der Abstammung des Menschen vom Tierwelt. Wir kommen erst einmal, das ist die darwinische Theorie, also ich zitiert jetzt nicht Darwin, aber zunächst einmal sind wir vom naturhaften Verwandt mit den höheren Säugetieren. Es führt übrigens kein Weg vorbei, wenn sie, wir kommen jetzt genau in den Knoten rein, der eigentlich immer blödsinnig ist, weil man sagt, ja, wen hat dann Gott geschaffen und so weiter. Wir können das aber nachher auch für die Diskussion noch aufbewahren. Aber jedenfalls vom körperlichen her sind wir mit den höheren Säugern evident verwandt. Deswegen gibt es immer noch einen Schöpfungsakt, aber jetzt nicht unser Thema. In diesem Sinne sind wir mit dem Tier in der Unfreiheit verwandt. Was ist Unfreiheit? Natur prägt uns nicht nur, sie versiegelt uns auch. Wir können bestimmte Dinge überhaupt nicht, nämlich zum Beispiel wir sind unhintergehbar fixiert, wir sind der Schwerkraft unterworfen, wir haben einen Wachstumsprozess, genauso einen Alterungsprozess. Wir haben Tod, den wollen wir nicht, oder manche wollen ihn ja, aber vom Wollen hängt das nicht ab. Das heißt, es gibt bestimmte Prozesse in meinem Körper, die habe ich nicht in meiner Hand. Vor allem habe ich nicht in der Hand das, was wir normalerweise über den Trieb als Lebenssicherung haben. Wir müssen essen, schlafen. Sexualität muss nicht sein, aber sie ist jedenfalls mal da. Das heißt, der Körper nötigt uns. In gewissem Sinne haben wir eine kleine Freiheit, aber er nötigt uns jedenfalls über die Triebwelt, damit wir unsere Intelligenz erhalten. Über den Körper sind wir nicht frei. Wir haben ja heute ein riesengulturelles Experiment, ob ich über mein Geschlecht definiert bin. Die Antwort heißt ja. Wenn Sie mal genau hinschauen, selbstverständlich sind wir definiert. Das heißt, wenn ich ins andere Geschlecht wechsle, kann ich natürlich bestimmte Medikamente nutzen, Hormone geben. Trotzdem bin ich bis in meine Haarspitzen immer noch XX. Also da ist die Freiheit eine sehr begrenzte. Wir können medizintechnisch Verschines in unserer Körperlichkeit verschieben, wir können aber nur verschieben. Könnte ich grundsätzlich ändern. Das heißt, Natur lässt uns nicht mit dem Thema Freiheit zugangekommen. Und jetzt ist die Frage, das geht jetzt auch an die Kollegin Frau Dr. Ehrmann, Edelstein nimmt auch die Psyche im Unterschied zur Seele, da werden wir gleich eine Unterscheidung machen, die Psyche dazu. Edelstein hat ja Psychologie studiert, in Breslau, aber auch dann in Göttingen noch, in Breslau vor allem. Aber auch die Psyche ist kausal strukturiert. Dazu gehört zum Beispiel gerade nochmal das. Also Triebleben verankert sich im Körper, aber jeder Trieb hat auch eine psychische Konstante. Ich kann nicht essen wollen. Ich kann natürlich jetzt bestimmte krankheitliche Phänomene haben. Aber normalerweise würde ich von meiner Psyche jetzt nochmal bitte nicht als spezielles Problem, sondern als Lebenstrieb, von meiner Lebensinitiative her, würde mich der Trieb auch psychisch nötigen. In diesem Sinne ist die kausal strukturierte Psyche, übrigens etwas, was sie ja deutlich bei William Stern auch gehört hat, nicht wirklich frei. Hier hat das Stichwort Kausalität. Das heißt, ich habe eine größere Bestimmtheit. Im Unterschied zur Seele, über die sie viel arbeitet, Seele ist motiviert. Psyche ist kausal bestimmt. Das heißt, sie hängt in einer Gesetzentwurf. Gesetzlichkeit, mit der sie bestimmte Dinge in einem weit hohen Maße tun muss, sonst ist das Leben beendet. Aber motiviert vom Movere, die Seele wird gezogen, die Psyche wird geschoben, also wenn wir es jetzt mal sehr grob sagen, wird von einer Gesetzlichkeit organisiert. Aber die Seele wird gezogen, motiviert. Das ist eine schöne Unterscheidung, die hat sie dann in ihrer späteren Habilarbeit. In diesem Sinne gehört auch die Unterworfenheit nicht nur unter Schwerkraft, Raum, Zeit, Wachstum, Alter, Tod. Das ist die naturale körperliche Seite, sondern auch bengende psychische Verankerungen, Intrieb und Affekt. Vor allem, wenn ich Verankerungen in einem negativen Affekt habe. Ich habe Anlagen geerbt, vitale Anlagen, aber auch letale Anlagen. Ich kann von meinen Eltern bestimmte Anlagen mitbekommen haben, die mich ganz schwer ankern. Auch depressive Grundzüge zum Beispiel. Ich kann sie beeinflussen, aber wahrscheinlich eigentlich auch nur höchst eingeschränkt. Also es bedeutet eine enorme Kraftanstrengung, wenn ich aus dieser psychischen Bestimmtheit heraustrete. Die Psyche ist nicht ganz unfrei, das ist auf jeden Fall, nicht so wie der Körper. Aber in einem bestimmten Sinne doch auch wehrlos. Ich bin erstmal bestimmten Impulsen anheimgegeben. Das heißt, jetzt kommt noch etwas Soziales hinzu. Es ist nicht gleichgültig, in welche Familie ich geboren bin. Ich habe Anlagen, ich habe eine unrichtige Erziehung, die hat mich schon von Anfang an schönes Thema. Ja. Verbaut. Mangelnder Lebensraum, mangelnder Wachstumsraum, gesellschaftliche Schranken. Das heißt, auch im Sozialen habe ich jetzt bestimmte Einengungen. Ich bin nicht einfach frei. Das ist einfach Unsinn. Ich bin anermordet, ich habe einen geschichtlichen Widerstand. Ich bin in eine Zeit hineingeboren, ich bin in eine Familie hineingeboren, ich bin in mich hineingeboren und ich habe lauter Mitgiften, die ich nicht genau kenne. Hier ist also etwas, was deutlich mit Unfreiheit noch gekennzeichnet ist. Davon geht es jetzt weg. Das ist übrigens noch sehr schön beschrieben, zwölf Jahre später geht es nochmal auf dasselbe Thema. Was ist der Mensch? Das macht sie dann in Münster. Kommt übrigens auch nochmal Freiheit und Gnade. Das werde ich nachher noch ein bisschen erwähnen. Aber die frühe Schrift hat im Grunde genommen das schon wieder weggenommen. Wo kommt jetzt Freiheit hier? Freiheit hat mit dem Geistigen zu tun. Wir werden gleich noch hören, was der Geist ist. Eine erste Bestimmung, nicht das Ganze, bitte. Geist heißt auf jeden Fall mal Möglichkeit, zumindest Möglichkeit zur Selbsterkenntnis. Wer bin ich? Bin ich so, wie ich sein will? Will ich möglicherweise anders sein? Das heißt auch gleichzeitig, ich habe eine Selbstdistanz. Solche Fragen kennen wir nicht beim Tier. Also ob sich die Kuh fragt, ob sie eine Kuh sein will, entzieht sich natürlich unserer Kenntnis, aber das ist unwahrscheinlich. Wir kennen auch keine Depressionen bei Tieren, soweit ich informiert bin. Also schon depressive Dinge sind ja auch immer eine Selbstdistanz. In diesem Sinne ist jetzt vom Menschen her gesehen Zustimmung und Ablehnung zu mir selbst eine Distanz. Auch Zustimmung ist eine Distanz, ja. Dann vor den Spiegel treten und sagen, ja, wunderbar, hervorragend, ja. Also meistens sagen wir was anderes. Aber in dem Sinne bin ich nicht einfach nur eins mit mir. Damit haben wir jetzt etwas, das ist schon mit Freiheit gekennzeichnet. Freiheit heißt auch sich selber gegenübertreten. Ja, ich bin nicht nur sozusagen ein Stein, der ist da und ist er da und damit kann er, er kann sich selber nicht verhalten. Der Mensch kann sich zu sich verhalten. Ich kann auch sagen, gestern Abend habe ich mich schändlich benommen. Ich muss immer irgendwas anders machen. Also, ich habe eine Selbst habe auf der einen Seite, ich gehöre mir, aber ich habe dazu auch die Fähigkeit, mich von mir nochmal zu unterscheiden, mich in den Blick zu nehmen, mich zu korrigieren. Und das bedeutet jetzt bei Edith Stein, das führt sie sehr schön aus, dass mit dieser Selbst habe, auf der einen Seite, und Selbstdistanz, das gehört beides ganz eng zusammen, ein Gang in die Möglichkeit, gibt es die eigene Mitte, in die Möglichkeit zu fragen. Wer bin ich? Nochmal, also wir können selbst bei den höheren Säugern, also wir sind ja nochmal, natural sind wir ja auch in der höheren Säugetierwelt verankert, ja. Wir kennen nicht Tiere, die sich das fragen. Wir haben keinen Zugang dazu. Es gibt zwar, also ich will die Tierschweise berühren, aber auch Tiersprache ist ein interessantes Phänomen. Ist nicht dasselbe wie bei uns. Eine Kommandosprache ist eine Warnsprache, aber nicht eine, also es gibt keinen Vortrag über, was macht denn Vogel zum Vogel unter Tieren. Die Vogelwelt lädt ein, wer bin ich? Das geht nicht. Also der Gang in die eigene Mitte, immer in die Frage, wer bin ich? Das nennt Edelstein die Einkehr bei sich selbst. Damit sind wir gleich am Eingang. Also wenn sie die Freiheit skizziert, ist die Möglichkeit, in mir einzukehren. Das heißt übrigens genau, ich bin mir auch nicht genau bekannt. Auch das gehört zur Freiheit. Verstehen Sie? Wenn ich wüsste, wer ich bin, dann ist es ja soweit gut, ja. Aber ich weiß es nicht genau. Ist auch ein Moment von Unsicherheit drin. Und dann findet man formale Kräfte, bitte mal beim formalen, Auseinandersetzung mit der Welt. Wie werde ich überhaupt fertig mit meiner, nennen wir es mal nochmal anders, ich bin nicht genau eingepasst in diese Welt. Schon ganz kleine Kinder haben die Fähigkeit, übrigens sich gegen die Eltern zu äußern, zumindest mal. Also sich von ihnen abzusetzen oder zuzustimmen. Also der Mensch ist so ein eigenartiges Wesen, das von Anfang an nicht einfach nur eingebaut ist in ein System, sondern immer wieder auch versucht, an diese Grenzen zu rück, an diesen Grenzen zu rütteln. Tiefer aber, Edelstein hat ja so einen Gang in die eigene Mitte. Nicht nur formale Kräfte, mit denen ich nach außen sehen kann, sondern auch die, wie sie nennt, wie sie es nennt, es kommt dann aber eine ungewohnte Lehre und Stille in mir selber. Was finde ich eigentlich in mir? Es ist eher unbefriedigend. Sie nennt es auch den Lauschen auf den Schlag des eigenen Herzens. Was finde ich denn in mir genau? Natürlich kann ich Erwinderungen aufrufen, ich kann Gedanken aufrufen, ich kann auch Inhalte von Büchern aufrufen, ich kann auch aufrufen, wenn ich liebe, das kann ich alles, ja. Aber verstehen Sie, bei ihr ist es jetzt, dann habe ich andere Gegenstände, mit denen kann ich mich beschäftigen. Aber wenn ich nach mir frage, also was ist in mir, dann kann ich das nicht mit Bekanntschaften füllen und auch nicht mit Studium und so. Also wer bin ich? Die Frage bleibt erstmal schon im Offenen. Ich lese einen Satz vor aus dem Freiheit und Gnade. Das freie Subjekt ist als solches gänzlich ins Leere ausgesetzt. Was habe ich in mir? Das freie Subjekt ist als solches gänzlich ins Leere ausgesetzt. Es hat sich selbst, es kann sich selbst nach allen Richtungen bewegen. Ich kann in die Welt ausgreifen, ja. Dazu muss ich nicht wissen, wer ich bin. Die Frage ist da, aber die hindert mich jetzt nicht in einem Weltzugang. Und gleichzeitig ist das freie Subjekt doch mit eben dieser absoluten Freiheit absolut in sich fixiert und zur Bewegungslosigkeit verurteilt. Nicht ganz leicht zu verstehen. Das heißt, in der Frage nach mir selbst finde ich keine Antwort. Ich kann die Frage stellen, aber das heißt auch nicht, dass ich hier von mir selber ein Echo bekomme. Das heißt, ich stehe irgendwo, was mache ich jetzt damit? Ich stehe mit der Frage allein. Das ist gemeint. Hätte ich eine Antwort, könnte ich darauf weiterbauen. Ich bekomme aber keine Antwort. Ich bleibe mit dieser Frage stehen. Das nennt sie den Punkt der Freiheit. Warum Freiheit? Weil ich hier jetzt erstmal frei bin von allen Beeinflussungen. Also ich kann über mich nicht viel sagen, aber ich weiß, dass das, worum es mir geht, in meiner innersten, in meinem innersten Punkt mir gehört, ohne dass ich genau weiß, was das bedeutet. In dem Sinne, ja, okay. In diesem Sinne bin ich frei. Ich höre mir immer noch selber. Aber was mache ich jetzt damit? Das weiß ich noch nicht. Ich bin nicht mehr von äußeren Inhalten und Nötigungen bestimmt. Ich muss die Eltern auch nicht mehr fragen, was sie von mir halten. Ich muss überhaupt niemand fragen. Aber ich weiß auch nicht, was ich selber von mir halte. Das nennt sie die Lehre mit zwei E-Bitte. Da ist etwas da, was nicht Antwort gibt. Deswegen nennt sie es, und da steht sie in der Tradition, die erste Freiheit, die wir gewinnen, ist, mich von nichts bestimmen lassen. Das ist nicht besonders attraktiv. Ich habe erstmal alles abgewehrt, was so von außen mich bestimmen könnte. Ich frage mich selbst. Da kommt ja nichts. Da ist nicht viel da. Ich weiß nicht, ob Sie die Frage mal gemacht haben, ist tatsächlich so. Also fragen, wer bin ich? Wir geben meistens Antworten, die von anderswo herkommen. Ich habe Eltern, ich habe Freunde. Das heißt, wir bestimmen uns von irgendwo her. Aber wer bin ich in meiner Mitte? Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Da ist still. Sie nennt es jetzt Selbstgehörigkeit ohne welthaften Radius. Ich bin jetzt auf diese Selbstgehörigkeit zusammengeschrumpft. Und da ist nicht. Ich muss Ihnen jetzt gleich sagen, das ist ein Witz aus München natürlich. Falling nicht in Kernsehen. Diese Talstadt hat ihn gebeten, in sich zu gehen. Hat er gesagt, da war ich schon, ist auch nicht viel los. Entschuldige, Edith Stein hat es natürlich sehr viel edler. Ist nicht viel los. Wie lange halte ich das dann aus da drin? Weil Selbstgehörigkeit heißt, ich will jetzt nicht wissen, was mir von auskommt. Ich will wissen, was in mir selber wirkt. Kommt nicht, also kommt nicht viel. Es ist nicht viel los. Das heißt, da bin ich jetzt nicht in der wirklichen Freiheit, ich bin nur in der negativen Freiheit, kein anderer bestimmt mich auch schon was. Übrigens, philosophiegeschichtlich nennt sich hier Kant natürlich, dass die kantische Freiheit kein anderer funkt mir rein. Damit muss doch gar nichts passieren. Aber gleichzeitig auch Hussell. Hussel hat das auch definiert. Freiheit ist ein Selbstbesitzpunkt aus. Aber ist das die entscheidende Gestalt von Freiheit und die Identische geht schon an dieser Stelle darüber hinaus. Die leere Einsamkeit meines Inneren ist nicht sehr attraktiv. Sie beschäftigt sich übrigens dann sehr deutlich mit Augustinus, deswegen erlaube ich mir denn hier einzuführen, das sagt sie nicht, aber das ist ein sehr schöner Ausdruck. Augustinus spricht von einem Menschen, dessen Seele in sich gekrümmt ist. Also die Anima in Securata. Das nennt Augustinus dieses bei sich sein. Das ist aber auch ein leeres Bei sich sein. Ich kümmere mich beständig auf mich selber. Ich muss mir auch schon jemand vorstellen, der sich sozusagen auf, also mit einem krümmen Rücken beständig sich selber betrachtet. Es bleibt nicht viel Inhalt. Anima in securata. Aber was ist die positive Freiheit? Wo ich dann wirklich etwas auch gestalte, wo ich herauskomme aus dieser Lehre, das ist nicht das mit sich. Das ist zu wenig. In der Lehre muss ich warten auf Fülle. Was erfüllt mich? Und jetzt komme ich schon in dieses Motivieren. Was zieht mich? Was zieht mich an? Was beschäftigt mich? Was füllt mich? Der Ausdruck Fülle kommt bei ihr sehr schnell. Was sind die Fülle, von der her ich meine Lebendigkeit hier erfahre? Und jetzt sind wir da, jetzt kommt ein dreifacher Gehalt. Nächste Überschritt. In welche Spannungen tritt die Seele ein? Also Seele wäre jetzt der Ausdruck auch für meine innere Kraft, für meine innere Mitte. Sie tritt in drei Spannungen ein. Und das heißt, jetzt nähert sie sich wieder dieser Fülle. Sie geht aber weg von dieser bloßen Selbstbetrachtung. Was erfährt die Seele und da wird sie wach, da wacht sie wieder auf, da kommt sie wieder zu sich. Das erste ist die ganze Welt der Phänomene, natürlich. Was sind die Phänomene? Das ist die Welt. Der ungeheure Reichtum der Welt. Wir leben jetzt im Mai, da brauchen wir nicht mehr drüber reden, was das bedeutet, ja. Braucht man überhaupt nur aus dem Fenster schauen. Das heißt, es ist unerschöplich, was sich da über die Sinne mitteilt, wenn man überhaupt nochmal mit den Sinnen arbeitet. Es gibt auch hier einen Verschluss, natürlich kann ich auch nicht tun. Ich kann auch drei Stunden mit meiner Handfläche beschäftigt sein. Dann ist die Welt gestorben. Tragik, wenn ich die Sinne auf Handfläche und ein kleines Gerät da drin schränke, dann habe ich den Zustrom nicht. Dann habe ich einen Pseudo-Zustrom, da tut sich schon auch was. Aber normalerweise werden die Sinne die Tore, durch die etwas einstürmen und das mich gleichzeitig fühlt. Edelstein hat mehrfach darüber geschrieben. Also ich glaube, dass sie von der Sensibilität, also von der Wahrnehmung der Schöpfung, sehr weit befruchtet wurde. Schreibt sie immer wieder. Auch die Schöpfung als Offenbarung natürlich. Hat sie auch ein endliches und ewiges Sinn. Aber der zweite Punkt, das eine wäre also, die Welt strömt ein. Sie können nochmal schauen, Moment. Ah ja, das zweite heißt jetzt, damit kommt aber nicht nur irgendetwas, was sich auf mir aufstapelt, sondern die zweite Spannung der Seele heißt, ich nehme jetzt dazu Stellung. Stellungnahme heißt übrigens auch schon, ich finde etwas gut, ich finde etwas schön. Jetzt kommt eine ganze Werttheorie bei ihr, die hat sie übrigens auch über Schäler. Aber ich mache jetzt nicht so Anmerkungen, die nicht weiterführen. Wert heißt ja, ich darf das immer wieder sagen, weil es so schön ist im Deutschen. Deutsch ist eine schöne philosophische Sprache, Wert ist ja etwas, was uns wendet. Wir kennen noch die Worte rückwärts, vorwärts, seitwärts. Ich gehe dahin und dahin und dahin. Der Wert ist, also von Wärts und Wert hängen zusammen, der Wert wendet mich. Das heißt, er zieht mich auch raus. Der Wert ist so etwas, was jetzt mit Motivation zu tun hat. Und von daher bin ich jetzt nicht nur dem Einstrom der Sinne ausgeliefert, sondern ich beginne jetzt auch zu wählen. Ich beginne Dinge zu unterscheiden. Etwas, was zu mir passt, etwas, was nicht zu mir passt, etwas, was mich befriedet, etwas, was mich stört. Ich setze mich damit auseinander. Das ist jetzt mehr als nur aufnehmen, sondern es ist etwas, ich gehe jetzt tatsächlich in eine Art von Gespräch damit oder eine Art von Beschäftigung. Und das dritte, also nein, ich sage das noch dazu, die freie Person, jetzt wenn sie da hineingeht, kann gewisse seelische Regungen unterdrücken, gelegentlich oder systematisch, sie kann andere unterstreichen. Das ist Selbstherrlichkeit und Selbsterziehung. Also wir sind nicht blind, denn der Sinn ist ein drücken ausgeliefert. Sie setzt fort, die Seele kann unter den vorhandenen Möglichkeiten ganz nach Belieben wählen. Was sagt mir zu, was sagt mir nicht zu? Es beginnt schon eine Form der Betätigung von Freiheit. Nochmal auf Edelstein zurückgeblendet, ein wenig bei ihr untersuchter Akzent ist auch ihr Verhältnis zu Musik. Das gehört dazu. Musik ist auch Welt, also etwas, was strömt, kommt etwas hinzu. Es beginnt mit der Vogelmusik, aber es kann auch Beethoven sein. Edelstein hat Musik sehr geliebt. In Beslau, die große Jahrhunderthalle aus dem Jahr 1913. Sie geht gerne in die Konzerte, sie geht auch in Opern, sie geht auch ins Theater. Also das ist jetzt Welt, aber da kommt jetzt was hinzu, etwas, was sie liebt. Also nicht nur unkonzentriert, sondern etwas spricht mich an, jetzt antworte ich. Das ist die zweite Spannung. Also erstmal strömt die Fülle, aber ich antworte auf die Fülle. Sie nennt das, dann kommt eine weitere Möglichkeit, eine andere Form von Fülle, unerwartet. Naja, das ist jetzt schon 1921, deswegen frage ich mich immer. Der Einbruch eines neuen, mächtigen, höheren Lebens, des übernatürlichen und göttlichen. Jetzt sind wir nicht mehr im Frühling allein, nicht mehr nur in der Schönheit, nicht mehr nur in zuwachsenden Sinneseindrücken. Ich lese es nochmal vor. Ein ungeheurer Einbruch eines neuen, mächtigen, höheren Lebens, des übernatürlichen Göttlichen. Man kann schon sagen, dass sie das vermutlich 1921 auch erlebt hat. Und jetzt führt sie das aus, das ist aber auch schon sehr intensiv. Sehr intensiv. Also das interessiert sie jetzt richtig. Was geschieht, wenn das auf mich zukommt? Hier wird die Seele von oben angesprochen, Ausdruck von ihr. Sie wird geöffnet, sie wird herausgelockt, sie wird innerlich erfüllt. Sie nimmt nicht eine Pflicht wahr. Das können wir tun, wir sind verpflichtet, da müssen wir bestimmte Dinge leisten. Aber hier tut sich die Seele von sich aus auf. Bei einem solchen Zustrom öffnen sie sich. Das heißt, sie vernimmt Sinn. Sinn ist Gerichtetheit. Ich richte mich auf, ich richte mich auf. Wozu? Wenn wir noch sehen. Die Seele vernimmt eine Einsprechung, das sind alles Worte, die sie verwendet. Das heißt, jetzt kommt die Gnade. Gnade ist Gabe. Jetzt kommen Gaben. Also wie nimmt die Seele diese Gaben auf? Und Edelstein sieht hier etwas, das geht schon weit über Russal hinaus, schon an dieser Stelle. Ich muss etwas sagen, was ich hoffe, dass in der Kürze klar wird. Russal hat gesagt, dass wir wahrnehmen, weil wir von Anfang an, also weil wir immer schon wahrnehmen, weil wir immer schon eine Gerichtetheit haben auf die Objekte. Er nennt sie die Intentionalität. Ich erkenne, weil ich im Sehen schon eine Intention habe. Ich will etwas sehen. Das simpleste aller Beispiele, ich bin vorhin mit dem Taxi gekommen, muss es aber erst suchen. Meine Intention war ein Taxi zu finden. Das tun wir ja heute. Entschuldigung für dieses dumme Beispiel. Aber vieles an unserem Sehen ist eben ein solches Suchen, ich will etwas Bestimmtes herausfinden. Ich stimme mich ein auf. Das ist die Interpretation. Edith Stein hat in dieser frühen Schicht schon, in dieser ganz frühen Phase, etwas gesagt, was dem widerspricht. Das stimmt schon, ja, aber es gibt mehr als das. Den Ausdruck verwendet sie nicht, aber ich verwende ihn. Es gibt auch eine Gegenintentionalität. Der Ausdruck verdankt sich dann der späteren Phänomenologie der Franzosen. Sehr wichtige Weiterführung. Wir erkennen nicht nur, was wir schon intendiert haben, was wir schon suchen, sondern was Edith Stein schon beschreibt, ohne den Ausdruck gegen Intentionalität zu nehmen, heißt, ich kann etwas einbrechen, was ich überhaupt nicht erwarte. Ich habe meine Sehschärfe gar nicht eingestellt, auch mein Hören nicht. Ich bin völlig überrascht. Ich habe es auch nicht erwartet. Das ist etwas, was die Seele auch wahrnimmt, und zwar ohne dass sie es erstmal will. Also der Einbruch eines höheren Lebens, ein zuvorkommendes, ein überraschendes, sich zeigendes Unerwarteten. Ein Zitat, die Seele, die sich Kraft ihrer Freiheit auf den Geist Gottes, das ist jetzt dieses Einbrechen, oder auf das Gnadenleben stützt, ist zu einer vollständigen Erneuerung und Umwandlung fähig. Die Seele, die sich Kraft ihrer Freiheit auf den Geist Gottes oder auf das Gnadenleben stützt, das sind jetzt Dinge, die kann ich nicht wollen im Sinne von ich hole sie herbei. Es überrascht mich. Die Frage ist, lasse ich sie zu. Mache ich mich da auf? Diese Seele ist zu einer vollständigen Erneuerung und Umwandlung fähig. Dann heißt es, wenn sich die Seele öffnet, macht sie möglich, was natürlich nicht möglich wäre. In dem der Mensch mit innerster Hingabe tut, was Gott von ihm verlangt, wird das göttliche Leben sein inneres Leben. Er findet Gott in sich, wenn er bei sich einkehrt. Er hat einen schnellen Weg gemacht. Wenn die Seele allein bei sich eingert, findet sie nichts, was sie irgendwie interessiert. Also nochmal die Lehre. Es ist nicht viel los da drin bei mir. Wenn ich aber mit der Überraschung plötzlich zu. Dass ich etwas meldet, whereof ich überhaupt nicht gespannt bin. Also nochmal das schöne Wort gegenintenal. When you damit was anfangen können, behalten Sie es und lassen Sie es bleiben. Das ist aber etwas, was Hushalt nicht thematisiert. Hushalt interessiert sich nicht für diese Gegenintentionalität. Aber es gibt Phänomene, die sich so zeigen, dass ich davon völlig außer Kraft gesetzt bin. Und das weiß Edith Stein. Das ist wohl das, was sie eben auch im Jahr 1921 erfährt. Da kommt etwas, was nicht in ihrer Erwartung liegt. Es gibt Phänomene, die sich zeigen, ohne dass ich sie erwarte, also wo ich überhaupt nicht darauf gefasst bin. Das ist genau der Punkt. Und wenn ich hier aufmache, dann wird das möglich, was natürlich nicht möglich wäre. Wenn nämlich der Mensch mit innerster Hingabe tut, was God from him verlangt, also was here comes, wird das göttliche Leben sein inneres Leben. Das heißt, da wo bei mir Lehre war, bricht jetzt etwas ein. Vielleicht muss man noch was hinzufügen. Damit man klar wird, dass das hier ein Übersprung ist. Sie geht jetzt schon raus, auch aus der Philosophie zum Teil. Aber die Philosophie hat hier natürlich auch eine Sperre drin gehabt. Wir haben noch das schöne Wort Erlebnis. Das ist ein wichtiger Begriff bei Husserl. Es ist noch nicht Erfahrung. Erlebnis ist das Erlebnis Strom. Das ist noch relativ unsortiert, ja. Also wenn Sie mich hören, haben Sie jetzt erstmal auch ein Erlebnisstrom. Ich hoffe, Sie sortieren einigermaßen mit. Aber erstmal strömt was, ja? Oder Sie gehen abends aus. Da ist erstmal ein riesen Strömen heißt, ich habe noch keine genauen Grenzen, ich weiß noch nicht, wo es hingeht. Aber erstmal fühlt sich etwas. Das wird später dann bei uns, wenn wir darüber nachdenken, wenn das ein bisschen sortiert. Sie können auch fragen, ob der abends sich gelohnt hat oder nicht. Das machen Sie jetzt noch nicht, dann warten Sie einfach noch ein bisschen zu. Also später wird dann auch ein Urteil gefällt, das ist dann schon, damit es auch wieder deutlicher. Aber was nicht geht, was bei Husserl mit dem Erleben zu tun hat, über das Erleben hinaus gibt es keine Einbrüche, denen ich nicht gewachsen wäre. Das heißt, dieser Einbruch eines höheren Lebens, also ein Erleben, das jetzt von einer ganz anderen Seite kommt, wird bei Husserl nicht thematisiert. Der Ausdruck Erlebnis ist bis heute ein entscheidender Ausdruck, übrigens in der Phänomenologie, auch Heidelberg benutzt. Er steht heute für etwas, was vom Menschen her nicht geplant wird. Man muss es nicht sofort religiös deuten, aber es hat letzten Endes eine religiöse Bedeutung. Das heißt, wir werden immer wieder getroffen von Vorgängen und der Ausdruck erleben, ist hier genau, was etwas Lebendiges in uns aufstören und wir wissen aber nicht genau was. Es ist noch nicht sortiert. Es wird etwas lebendig. Ich weiß aber noch nicht genau, wohin geht diese Lebendigkeit. Und in diesem Sinne hat Edith Stein Freiheit, also dieses Beisigsein bei mir in meiner eigenen Geschlossenheit, Selbstbesitz, durch ein Erleben aufgerissen, ermeldet sich etwas, was ich nicht weiß. Ich kenne es nicht, ich weiß es nicht, ich habe es noch nicht sortiert, keine Ahnung. Das heißt, sie geht hier in der Beschreibung bereits über Hussa hinaus. In Hussal geht das nicht. Bei Hussal sind wir immer schon sozusagen Phänomene, sie sind immer schon von uns verwaltet. Die haben wir immer schon parat. Damit bin ich jetzt bei einem Thema, das natürlich unmittelbar in das religiöse Erleben führt. Was kommt denn hier? Edelstein nennt dieses Einbrechen ein Stadium von Freiheit. Freiheit heißt hier Aufenthalt im Reich der Höhe. Sie nennt auch das Reich der Gnade. Also jetzt bin ich nicht nur einfach hier in der Welt, ich bin auch nicht nur einfach hier in der Nacharbeitung dessen, was mir alles zuströmt. Ich bin im Reich der Höhe. Und zwar von Anfang an. Das heißt, mein Warten hat sich jetzt schon geändert. Also ich warte nicht nur auf etwas, was mich grundsätzlich berührt und immer schon berührt und immer schon auch normal ist und empirisch sehr schön. Auch nicht nur normale Beziehungen. Gibt es immer wieder diesen Einbruch von oben, in dem ich mich tatsächlich mich aufhalte. Also nicht nur ab und zu, wenn ich mich schon warte. Der freie Überschritt dorthin ist paradox. Jetzt sind wir bei der Freiheit. Jetzt bin ich nicht mehr frei, ich gehe in ein Befreitsein über. Das muss ich jetzt noch zumuten. Der Augenblick, wo ich mich der Höhe öffne, habe ich mich selber nicht mehr genau in der Hand. Es überwiegt etwas, was vom Erleben ausgeht. Es überwiegt etwas, was ich hier melde und was in mich einbricht. Das heißt, jetzt komme ich aus der Freiheit meiner Selbsthabe, die aber leer ist, in ein Befreitsein, habe aber einen anderen Anteil daran. Ich nicht mehr nur in meine eigene Herrin. Was habe ich jetzt verloren? Dieses Vor, in das Reich der Höhe erhoben zu werden, bedeutet für die Seele, ganz in sich hineingesetzt zu werden, in die Hochgehoben, gleichzeitig fasse ich unten Fuß. Aber umgekehrt, sie kann nicht bei sich selbst festen Fuß fassen, ohne über sich selbst erhoben zu werden. Ich habe also unten Stand, und zwar aus dem Grunde, weil ich jetzt auch nach oben aufmache. Also vorher bin ich geschwommen in dieser leeren Ich-Haftigkeit. Jetzt werde ich von oben gezogen und habe unten gleichzeitig meinen Halt. Und in dieser neuen Bewegung bin ich jetzt. Ich bin erhoben in das Reich der Höhe und ich habe unten Stand. Das heißt, jetzt aber bin ich nicht nur einfach mehr frei. Ganz frei wäre, wenn ich mein Tun und Lassen völlig selber bestimmen könnte. Jetzt bin ich im Freiheitsverlust, jetzt bin ich im Gehorsam. Jetzt höre ich nach. Gehorsam heißt bitte noch nicht bestimmte Gesetze hören, aber ich richte meine ganze Aufmerksamkeit darauf. Sie sagt, den schönen Satz von der Freiheit wird am Ort der Freiheit kein Gebrauch gemacht. Klingt das so ein bisschen rätselhaft. Der Aublick, wo ich mich nach oben mich auft, aber nicht frei ist, kann ich ja auch abwehren. Und wenn ich damit mit oben verbunden bin, bin ich nicht mehr einfach hin frei. Jetzt bin ich plötzlich an einem anderen dran. Von der Freiheit wird am Ort der Freiheit kein Gebrauch gemacht. Allerdings muss ich auf Freiheit selbstständig verzichten. Ich werde nicht nur automatisch gezogen. Wenn ich nicht will, werde ich nicht gezogen. Also wenn dieser Einbruch stattfindet, muss ich auch zustimmen wollen. Ich muss auch wollen wollen. Ich muss nicht müssen. Ich muss wollen wollen. Wenn das geschieht, habe ich natürlich einen Teil meiner Freiheit abgegeben. Es hat plötzlich ein anderer da, mit dem ich zu tun habe. Das bin ich nicht mehr ganz aus mir raus. So, man müsste frei sein, um befreit sein zu können. Lauter Zitate. Das zweite ist deutlicher, man müsste sich in der Hand haben, um sich loslassen zu können. Schön, oder? Das kann man gut verstehen. Man müsste sie in der Hand haben, um sich loslassen zu können. Wenn ich meiner selber nicht Herrin bin, dann bin ich natürlich ein paar Toffeltürchen in einem warmen Meer, dann weiß ich auch nicht, was passiert. Wenn ich es weiß, ja, und dann aufmache, dann bin ich natürlich nicht mehr so frei wie ich vorher. Gehen mir selber frei, aber auch lehrbar. Das freie Subjekt muss also, um mit seiner Freiheit etwas anfangen zu können, sie jedenfalls teilweise aufgeben. Sehr interessant. Wissen Sie, was sie hier beschreibt, natürlich das Grundmuster von Beziehung. Ich gehe frei in eine Beziehung, also keiner prüggelt mich rein, hoffentlich nicht. Aber in der Beziehung bin ich nicht einfach mehr frei. Völlig logisch. Ich gehe frei rein, aber ab jetzt gibt es zwei, die miteinander zu tun haben. Ich kann auch allein bleiben, dann habe ich eine andere Freiheit. Aber wenn ich zu zweit bin, muss ich einen Teil meiner Freiheit aufgeben und trotzdem ist das schön. Und allein sein ist nicht so schön. Negative Freiheit und positive Freiheit. Die positive Freiheit heißt, ich verbinde mich freiwillig mit dir. So. Das können wir jetzt lassen. Also, in dieser Öffnung der Seele liegt auch eine Freudigkeit, sich geben an anderes Leben. Ich bin nicht mehr so steril, dass ich mich selber sichern muss. Also die Selbstsicherung hat ja was ganz Steriles. Ich bin in der Fruchtbarkeit, sich mich zu verschwenden. Das ist ein anderer Punkt. In der Fruchtbarkeit, mich zu verschwenden. Ich brauche meine Freiheit nicht mehr absolut. Außer nicht absolut. Selbst Hingabe ist die Gestalt vollendeter Freiheit. Das sind jetzt ganz tolle Sätze. Selbst Hingabe ist die Gestalt vollendeter Freiheit. Ich will es, ich tue es, damit gebe ich mich auch aus der Hand. Jawohl. Ganz genau. Aber ich will es so. Das heißt, wir haben sowohl die Freiheit als auch eine von Anfang an eingeschränkte Freiheit. So, ich springe jetzt mal, muss mal schauen, wir sind schon ziemlich lang mittlerweile. Das ist jetzt die, das sind eigentlich die ersten beiden Kapitel. Wir haben im ganzen fünf Abschnitte bei Edelstein, Sie können es dann auch lesen. Ich möchte jetzt noch in etwas hinübergehen, was ich mich verblüfft habe, weil ich jetzt gar nicht mehr in Erinnerung hatte. Sie wird nämlich jetzt sagen, dass dieses Hingeben in das Reich der Höhe, in das Reich der Gnade, natürlich ein Hingeben an Gott ist. Das ist nicht verblüffend, das kann man völlig erwarten. Aber eindeutig ist jetzt, dass ich in meiner Hingabe, in meinem Erleben, in meinem Getroffensein, etwas kann und tue, was ich vorher nicht konnte. Und das heißt, ich werde jetzt immer intensiver lebendig. Das sind die nächsten drei Kapitel und dazu muss ich aber geführt werden. Also man kann ein Erleben haben, das reißt mich noch nicht wirklich aus. Jetzt muss ich noch einen Weg zeigen, wie dieses einzigartige Erleben auch nochmal grundsätzlich gebahnt wird. Und das ist jetzt der Punkt, in dem sie systematisch wird, was sie überhaupt systematisch denkt. Gibt es eine aktive Beteiligung am Handeln Gottes an mir? Ich bin jetzt schon in eine Beziehung getreten, er hat mich sozusagen schon herausgezogen. Was heißt jetzt aktiv mit tun? Gott ist der Handelnde, jetzt kommt man natürlich in ein ganz komplexes Gebiet. Ganz klar, er ist schon mal eingebrochen, er hat mich nicht gefragt, gegen intentional. Würde eigentlich gar nicht, aber das habe ich nicht interessiert. Jetzt bin ich aber schon vor der Flinte, ja? Vor seiner Flinte. Ja, was mache ich jetzt? Lasse ich mich jetzt einfach ziehen, das geht nicht. Und jetzt kommen wir genau in das Thema noch ein klein wenig auf die Reformation, mit der sich ja früher auch mal beschäftigt hat. Ist die Gnade jetzt einfach übermächtig? Sie zieht einfach, sie ist der Motor, sie treibt das ganze Schiff an, also Gott ist die Schiffschraube und er besorgt das weitere. Und die Antwort, er sucht aber unsere Mitwirkung. Und jetzt kommen wir in dieses Spannungsfeld. Was wirken wir denn jetzt eigentlich mit? Wir haben natürlich aufgemacht, ich habe einen Teil meiner Freiheit abgegeben. Positiv. Ich habe gar nichts abgegeben, im Gegenteil. Ich komme endlich mal in die Beziehung, die mich weiterbringt. Aber jetzt ist die Frage der Mitwirkung. Kann ich dazu was tun oder werde ich jetzt nur noch gezogen? Da wird Edelstein sehr deutlich, ja, wir sind Kooperatoris. Und das ist das Katholische drin. Ich werde nachher gleich nochmal den Unterschied zu Luther aufmachen, weil sie den auch bedenkt. Ist es die Gnade, die einfach über mich Gewalt gewinnt und mich durchzieht? Mit meinem Willen natürlich auch gegen meinen Willen, möglicherweise sogar. Das ist nicht ganz ohne, was wir hier haben. Wir kommen hier in eine ganz gewaltige Diskussion, die ich jetzt nicht führe, aber ich deute sie an. Und in einem späteren Werk, was ist der Mensch an den Stand dazu nochmal auf Augustinus zurückgegriffen? Bei Augustinus gibt es eine Gefährdung, vor allem der späte Augustinus. Er hat sich ja mit bestimmten Irrlehren auseinandersetzen müssen, unter anderem der Irrlehrer des Pelagianismus, also wo ich mein Heil durch mein Wirken bewirke. Klingt sehr schön, also ich muss Gutes tun, und etc. Und Pelagius ist ein berühmte Herr sie. Die dauert bis heute, ohne dass man das weiß. Ich schluchte mich so peu à peu vor. Ja, und beim jüngsten Gericht zeige ich meine Werke und dann bin ich schon durch. Augustinus hat Pelagius jetzt etwas entgegengehalten und das kann man übertreiben. Man muss immer wissen, Augustinus ist ja jemand, der auf Irrlern ad hoc antworten muss. Der sitzt ja nicht auf dem Katheter und hat 300 Hörer vor sich und muss sozusagen grundsätzlich ex Principio irgendwas erläutern, die Leute vor der Haustür und seine Gläubigen laufen denen nach und er muss ad hoc bestimmte Dinge vertreten, die er jetzt erstmal einseitig vertreten. Aber Sinus hat an dieser Stelle eben das Problem in die Welt gesetzt, allerdings nicht so, wie man es heute verkauft, bestimmt Gott uns vor zu unserem Heil oder nicht. Die Prädestination. Er hat später bei Falwien zu einer Position geführt, wir können eigentlich gar nichts tun, wir sind eben ausgeliefert. Wenn er will, dann zieht er uns durch. Wenn er nicht will, lässt er uns fallen. Das will Augustinus gar nicht, aber er legt, also zumindest in der kurzen Form, in der das meistens auch referiert wird, stößt das direkt auf. Das heißt, da hat der Mensch keine Freiheit mehr. Wenn Edith Stein jetzt in ihrer Position klarmachen muss, dass sowohl die Freiheit als auch die Gnade und aber nochmal auch die Freiheit in diesem Sinne in eine ausgewogene Position kommen. Das mache ich jetzt nochmal kurz. Das heißt, bei ihr gibt es deutlich ein Mitwirken. Gott zieht, aber ich muss auch mitziehen. Gott befördert mich, also dieses Erlebnis bleibt, muss bleiben. Ich bin nicht der eigentliche Ausgangspunkt dieser Bewegung, ja. Aber nicht nur muss ich aufmachen, ich muss auch mehr tun. Und jetzt nenne ich ihn einfach, das können Sie dann nachlesen, das ist sehr schön, das ist auch ein Weg zur inneren Heilung im Wesentlichen. Sie unterscheidet eine unbewusste Mitwirkung, jetzt kommen die philosophischen Differenzen, das kann sich ja wunderbar, eine unbewusste Mitwirkung, wir können an der Gnade mitwirken, merken es doch gar nicht mal richtig, aber wenn man später sein Leben überschaut, merkt man schon, dass da etwas war. Das ist jetzt auch eine interessante physiologische Position. Wir können vieles unbewusst tun, was uns erst später wieder sozusagen klar wird. Wir können aber auch eine frei gewollte Mitwirkung vollziehen, nämlich frei gewollt, indem wir sehr deutlich Gott nicht unmittelbar sehen, aber wir haben die guten Werke, die ganz klassischen guten Werke, die Werke der Barmherzigkeit. Sehr einfach. Es wird hier sehr einfach. Sie hat nicht Ratschläge, die plötzlich völlig verblüffen. Das kann sie ja auch gar nicht. Also wenn es wirklich 1921 geschrieben ist, nimmt sie jetzt mit, was sie immer schon gelesen hat. Sie übernimmt, man muss Verantwortung für sich übernehmen. Man kann nicht sagen, der Herr wird mich schon ziehen, da wird schon schauen, was er aus mir macht werden. Also ich muss mich auch bitte mit im Visier haben. Ich muss für die Gemeinschaft mitdenken, ich bin für die anderen mitverantwortlich, das war ihr ein ganz großer Teil. Das trifft auch auf ihre jüdische Erziehung zu. Man muss für die anderen mit da sein. Koexistenz, großer Punkt. Das ist auch mein Teil. Da kann ich nicht sagen. Er wird es schon richten. Übrigens noch ein Punkt, den ich auch für einen Ausdruck einer jüdischen Geistigkeit halte, die Verantwortlichkeit für alle Kreatur. Auch da muss ich arbeiten. Ich muss mitwirken. Kann ich sagen, der Herr wird schon wissen, was er geschaffen hat, er wird es auch zum Guten führen. Das ist ein interessanter Punkt. Da ist etwas drin, eine universale Verantwortlichkeit. Und das ist eigentlich spezifisch jüdische Geistigkeit. Das sogenannte Weltbürgertum, das sich da politisch ausdrückt. Aber die Verantwortlichkeit für die gesamte Kreatur, das ist bei ihr auch sehr stark. Da muss ich tun, nicht nur zuschauen. Aber sehr schön, und das hebe ich noch heraus, von der Tradition gedacht wird. Nein, Entschuldigung, es gehört noch dazu. Man hat das in der alten Sprache die Eukologie genannt. Wir haben heute die Ökologie, das ist dasselbe Wort, aber Eukos, OI, das Haus. Wir wohnen alle in einem gemeinsamen Haus, wir haben dafür zu sorgen. All das geschieht aus Freiheit. Ich habe jetzt einen Gedanke, der mir sehr schön gibt, sehr schön. Sie hat ein Kapitelchen in dieser dritten Position, Stellvertretung in Schuld und Verdienst überschrieben. Spröder Titel. Wir sind jetzt bitte bei der Mitwirkung bei der Kooperation zur Gnade. Die Gnade zieht, aber ich kann sagen, ich lasse mich jetzt da hängen, die wird mich schon mitziehen. Nein, ich muss mitgehen. Jetzt kommt der schöne Titel Stellvertretung. Es ist deutlich, dass Edith Stein ihren späten Eintritt, das ist mit 42 Jahren, in den Kamel unter der Frigmatik der Stellvertretung vollzieht. Das hat sie schon gesagt. Das ist aber erst 1933. Aber der Ausdruck der Stellvertretung, wenn das stimmt, kommt schon 1921. Ganz früh. Als allererste geistliche Lesung. Dass sie ihn schon vor der Taufe erläutert, ist erstaunlich. Das führt mich nämlich genau zu dieser Frage, ob es wirklich vor der Taufe so geschrieben ist. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, Stellvertretung zu üben. Hören Sie zu, da können wir drüber noch diskutieren. Ich übernehme die Strafe. Tolle Idee. Ich lasse mich bei jemandem bestrafen. Ich übernehme die Strafe. Das ist wie bei Brüggelignamen. Ich lasse mich prügeln. Das ist auch Mitwirkung mit der Gnade. Das zweite ist noch viel intensiver. Ich übernehme die Schuld. Jetzt mein Kernstück des Christentums. Strafe übernehmen heißt nach wie vor, ich kann als Unschuldiger die Strafe freiwillig übernehmen. Freiwillig heißt an dieser Stelle, ich gehe jetzt in bestimmte Möglichkeiten der Askese, das hat sie dann auch noch drin. Bestimmte Möglichkeiten der Selbstreinigung auf der Aufopferung, natürlich, also ganz klassische Dinge. Das heißt, der Aublick, wo sie in die Kirche tritt, wenn dieser Aufsatz wirklich der erste große Aufmerksamkeit ist. Übernimmt sie die ganz klassischen Positionen. Was kann ich tun, um einem anderen zu helfen? Ich übernehme bestimmte Dinge. Gebet. Für bitte. Aber das zweite ganz hart. Ich übernehme die Schuld. Das ist natürlich schon gewaltig. Das ist im Grunde Christus. Christus übernimmt Schuld, nicht einfach Strafe. Bedauernd übersehen. Aber zum Bock und nicht zum Lamm. Das ist Paulus, ja. Viel mehr, als wir normalerweise sehen. Christus übernimmt die Schuld. Also er geht in die Gestalt des Schulding über. Das hat sie hier nur kurz. Das hat mich sehr verblüfft, dass sie das macht. Ein freiwilliges Übernehmen der Stelle eines anderen. Ich weiß nicht, was sie dazu gelesen hat. Also wenn das wirklich der frühe Aufsatz ist, ist sie da schon sehr tief drin. Auf jeden Fall ist es Gnade, wenn meine Stellvertretung angenommen wird. Das schreibt sie auch schon. Man kann die eigenen guten Werke anbieten als Überfluss. Der Ausdruck ist von ihr. Ich gebe das für einen anderen. Man kann Verdienste anbieten, das ist alles eine alte Sprache. Und jetzt kommt ein schöner Satz, der ist sehr nachdrücklich, der hat mich auch gestürzt. Bedenkt man dagegen, dass jeder die Möglichkeit hat, durch sein Gebet dem anderen Gnade zu erwirken, so erscheint er mitverantwortlich für jeden, der noch nicht im Stand der Gnade ist. Und wir sind mitschuldig an jeder Schuld, die ein anderer auf sich ladet. Indem er sich zum stellvertretenden Leiden anbietet, sucht er nun gut zu machen, was er zuvor durch sein Versäumnis dem anderen gegenüber verschuldet hat. Ich weiß nicht, ob Sie das noch schneller mitkriegen. Wir sind heftig drin. Also der Augenblick, wo wir in das Reich der Gnade oder der Höhe erhoben sind, sind wir verantwortlich für jemanden, der nicht drin ist. Das müssen wir auch wissen. Ja, eine schöne katholische Lehre, ja, und eine große Hausaufgabe. Das heißt, für die, die nicht glauben, kann man nicht sagen, Pech gehabt, sondern wir müssen sagen, warum bete ich nicht für den? Das ist nämlich genau der Punkt. So, das heißt, Edi Stein hat mit ihrem Tod diese Stellvertretung ja eingeholt. Damit möchte ich eigentlich auch schon zu der Schlussformulierung kommen. Wir kennen ihr Testament, mit dem sie ja Stellvertretung anbietet in fünf Positionen. Zwei entscheidenden, die ich immer wieder hervorhebe für das Judentum. Genau genommen für den, sie nennt ja den, also das ist immer dieses bestürzende Wort von den Unglauben des jüdischen Volkes, Unglaube heißt aber an die Gestalt Jesu. Nicht ist das Judentum Unglaube. Aber in dem Sinne bietet sie ihr Leiden, ihren Tod, ihre Süh an, damit das Judentum Christus findet. Und sie bietet es an für Deutschland. Auschwitz ist jemand für Deutschland gestorben, für den Mörder. Das hat sie damals nicht gewusst. Aber das sind die Konsequenzen. Wir sind also hier in einer Form der Mitwirkung mit der Gnade. Und damit kommen wir zu der Schlussüberlegung. Sie betont jetzt auch, dass man auch den Leib in Zucht nimmt. Das ist der vierte Gedanke. Auch sehr schön. Lesen Sie es einfach mal langsam durch. Aber der Leib gehört noch einmal in dieses Reich der Höhe hinauf. Übrigens ein ganz toller Gedanke, darüber könnte man lang predigen. Die ganze Psychosomatik gehört da rein, Leibseeledurchdringung, Askese, aber Pflege des Leibes, extra, übrigens auch Ästhetik. Also nicht so abgerissen rumlaufen, wie wir heute gewohnt sind. Die Heiligung des Leibes, interessanterweise, toller Absatz lesen. Dann kommen die Sakramente dazu, besonders die Beichte. Also das ganze Loswerden von Dreck, von Falschheit. Und das sind alles Momente, die mit der Leibseele zu tun haben. Also das heißt jetzt meine. Für die anderen bin ich vorher zuständig. Jetzt bin ich aber auch für mich zuständig. Ich kann nicht sagen, also der Herr wird es schon machen mit mir. Natürlich kann ich auch sagen, ich bin ein verlorener, also an mir ist einfach alles verloren. Aber wenn ich das nicht sage, bin ich auch verantwortlich für meine leibhafte Hinwendung zu ihm. Dann kommen die Sakramente, sehr schön, wie geht es hier eins und durch? Leib ist der Lieblingsweg der Gnade. Der Satz stammt nicht von ihr, ist aber ganz wunderbar. Das weiß sie. Im Leibe werden wir geheilt. Das müssen wir auch tun. Ich kann nicht sagen, Herr, das brauche ich alles nicht. Das brauche ich alles. Das ist Reich der Höhe. Ich werde hochgehoben. Auch im Leib. Ich gehe an der Hand des Herrn, hat sie später gesagt. Sehr einfach. Also alles, was hier so ein bisschen komplizierter klingt, viel einfacher noch an der Hand des Herrn. Aber ich muss mitgehen wollen. Ich muss auch gehen. Schleift mich nicht. Am Ende spricht sie noch über den Glauben. Das spare ich jetzt, ich will nur sagen, sie unterscheidet hier zwischen Glauben als Opinion, also als Meinung für Wahrheiten, weil man so ungefähr irgendwas gehört hat. Und sehr schön, und das trifft sie jetzt wieder und das ist wieder 1921. Sehr erstaunlich. Glaube ist die primär erfahrene Begegnung mit Gott. Deswegen glaube ich. Das finde ich sehr steil. Die primär erfahrene Begegnung mit Gott. Sehr steil. Sie unterscheidet davon den Glauben durch die Offenbarung. Das ist das, was man dann durch die Taufe, die Erziehung, den Unterricht, ja, also das übliche Leben natürlich, in dem man belehrt wird, in dem man liest, in dem man eingeführt. Ich glaube, erwachsen sich im Glauben. Aber die erste Position bei ihr wäre der primär erfahrende Gegenstand Gott. Können wir mal an die Uni nachdenken. Auch die Offenbarung ist großartig, aber das ist langsamer, es ist viel indirekter. Sie geht wirklich, sie geht ganz zentral, wie das ist eine unmittelbare Begegnung mit Gott. Deswegen weiß ich, warum ich glaube. Also das scheint schon ihr zentraler Punkt zu sein. Bei uns alle hat sie Glück gehabt. Vielleicht ist aber trotzdem etwas drin, was wir mal bedenken müssen. Denn zu sagen, ja, ich habe das leider das Glück nicht gehabt, ist wahrscheinlich bei ihr auch viel zu wenig. Viel zu wenig. Vermutlich hat jeder von uns mal das Glück, ohne dass wir darauf gefasst sind und ohne dass wir daraus was machen. Das könnte noch viel eher sein. Aber vieles ist schon etwas sehr Unmittelbares zwischen mir und ihm. Dann kommt die Offenbarung. Kommt alles noch dazu. Es muss alles gestützt werden. Es reicht ja nicht, diese Unmittelbarkeit. Da muss schon viel dazukommen. Aber das ist der Kern bei ihr. Ganz erstaunlich. Hat mich auch gewundert. In diesem Punkt jetzt zu Ende und kommen wir in die Diskussion. Edi Stein hat hier auf einmal eine bestimmte Form des Protestantismus abgewehrt. Sie zitiert nicht Luther direkt, aber er ist gemeint. Es kann nicht sein, dass die Gnade einfach nur die Übermacht hat. Natürlich hat die Gnade den Vorrang. Wenn wir nicht begabt werden, werden wir nicht gehen. Trotzdem und ganz ausdrücklich, die Antwort heißt auf die Gnade, dass ich sie will, dass ich sie anerkenne. Ich gehe vom Erkennen ins Anerkennen. Ich gehe mit, bemühe mich. Also nicht einfach nur, also bei Luther heißt es dann, ich bin Sünder und ich bin gleichzeitig natürlich Heiliger. Dazwischen ist es irgendwie, also das ist irgendwie ist das Bestürzende. Ich kann an Gott glauben trotzdem ein Sünder sein, sagt Luther, das ist auch selbstverständlich. Aber das ist nicht das Normale. Der Augenblick, wo ich an Gott glaube, soll ich kein Sünder mehr sein und ich habe das meine dazu zu tun. Und deswegen hat sie diese Abschnitte, in denen ich an der Hand des Herrn versuche, aus diesem bloßen sozusagen mich überantworten, ohne dass ich selber noch irgendwas tue, in diese Gestaltung meines ganzen Daseins einzugehen. Meiner leibhaften Gestaltung, über meine Gebetskultur, über meine Stellvertretung für andere, über all das, womit ich beauftragt bin, da wird nichts erlassen. Und insofern bin ich frei dazu, befreit auch, um es zu tun. Und nochmal, ich kooperiere mit der Gnade. Die Gnade ist immer mehr als ich. Wenn ich ausfalle, hat die Gnade wiederum keinen Ansatz. Ich endete. Der kommt aus der Gnade. Wie kann ich die Fessel des eigenen menschlichen Ego abtun? Meine Verklammerung in mir, meine Lehre, meine Selbst habe. Hier gibt es einen sehr schönen Ausdruck, der ist ganz klein, aber man kann ihn immer wieder bedenken. Durch eine von anders her zu beziehende Fülle. Da zitiert sie ja das 10, 10. Das Leben haben, weil es in Fülle haben. Eine von anders her zu beziehende Fülle. Mit der habe ich zu tun. Ein Leben lang. Danke für Ihre Geduld.